Einen großen Sprung machte TCL mit der P80-Telefonserie – diese sind die ersten, die über NxtPaper-Displays verfügen, die auf OLED-Panels statt auf LCD basieren. Die Hauptvorteile sind die Üblichen – höhere Helligkeit, größerer Kontrast, kräftigere Farben – aber das Unternehmen hat dafür gesorgt, dass diese Vorteile nicht auf Kosten eines eingeschränkten NxtPaper-Erlebnisses gehen.
Die Marke NxtPaper gibt es schon seit einigen Jahren – ihr Ziel ist es, dem Display ein papierähnliches Gefühl und Komfort beim Lesen zu verleihen. Ja, es gibt E-Ink-Displays und es gibt sogar einige E-Ink-Telefone. Doch trotz jahrelanger Verbesserung der Bildraten und Farben ist E-Ink immer noch besser für E-Book-Reader geeignet als für Smartphones. Apropos: Die P80-Modelle sind selbst gute E-Book-Reader.
Das TCL P80 Pro verfügt über ein 6,83-Zoll-OLED-Display mit einer Spitzenhelligkeit von 3.200 Nits. Vergleichen Sie das beispielsweise mit dem TCL NxtPaper 70 Pro, dessen LCD im High Brightness Mode nur 900 Nits schafft. Der Unterschied ist spürbar – ja, die NxtPaper-Technologie umfasst ein Nano-Kristall-Schutzglas, das die Blendung reduziert, aber sowohl die LCD- als auch die OLED-Displays haben den gleichen Vorteil. Und die zusätzliche Helligkeit des OLED-Panels sorgt für eine viel bessere Sicht im Freien.
Das Display hat eine matte Oberfläche, im Gegensatz zu den meisten Smartphones, deren Frontglas glänzend ist. In Innenräumen kann man es kaum sehen, aber sobald man in die Sonne geht, ist der Unterschied ganz offensichtlich – man bekommt nicht den lästigen Reflexions-Hotspot, der bei einem glänzenden Display auftritt. Stattdessen bleibt die Anzeige vollständig lesbar. Beim flüchtigen Hinsehen wirkt die matte Oberfläche überwältigend, aber bei frontaler Betrachtung weckt es tatsächlich Assoziationen an das Lesen eines Blattes Papier.
Das P80 Pro (zusammen mit dem Ultra) verfügt über die NxtPaper-Taste – einen Schalter an der Seite des Telefons. Dadurch kann der Modus „Max. Tinte“ oder „Papier“ aktiviert werden (beide sind anpassbar). Im Papiermodus wird die Anzeige monochrom – schwarzer Text auf einem weißen bis gelben Hintergrund (Sie können die Farbtemperatur in den Einstellungen anpassen). Diese kontrastreiche Ansicht reduziert Ablenkungen und erleichtert das Lesen von Texten. Der Max Ink-Modus verwendet die gleichen visuellen Elemente, ermöglicht jedoch auch eine Art „Nicht stören“-Modus. Hintergrund-Apps werden in den Ruhezustand versetzt und Sie können zwar weiterhin Anrufe und SMS empfangen, die meisten Benachrichtigungen werden jedoch stummgeschaltet (auch hier keine Hintergrund-Apps).
Dies verlängert auch die Akkulaufzeit – das P80 Pro ist mit einem 5.800-mAh-Akku mit 45-W-Ladeleistung ausgestattet. Wenn Max Ink aktiviert ist, sollte das P80 Pro bis zu 7 Tage lang lesen.
Apropos: Es gibt eine E-Book-Reader-App namens „Book“. In dieser App sind einige kostenlose Bücher vorinstalliert, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern. Sie können aber auch Ihre eigenen Bücher laden. Es verfügt über alle üblichen Anpassungen wie die Schriftgröße, verfügt aber auch über einige interessante KI-Funktionen. Beispielsweise kann die KI Kapitel für Sie zusammenfassen, wenn Sie nach einer Pause wieder ein Buch zur Hand nehmen und eine Erinnerung benötigen. Es gibt sogar ein E-Book mit Fragen und Antworten, sodass Sie Fragen zur Handlung stellen können. Darüber hinaus gibt es ein KI-basiertes Text-to-Speech-System, das ein gewöhnliches E-Book in ein Hörbuch verwandeln kann.
Das TCL P80 Pro geht über die NxtPaper-Technologie hinaus und ist ein solide gebautes Mittelklassegerät. Es verfügt über einen Metallrahmen mit Schutzart IP68 (30 Minuten lang bis zu 1,5 m eintauchbar) und ist MIL-STD-810H-konform. Das Telefon ist 8,3 mm dick und wiegt 192 g.
Das 6,83-Zoll-Display hat schmale, symmetrische Ränder. Der Fingerabdruck ist in den seitlichen Power-Button integriert, was bei einem OLED-Telefon etwas ungewöhnlich ist, aber wir beschweren uns nicht.
Wir haben uns auch mit dem TCL P80 Ultra beschäftigt, das wir in einem separaten Beitrag näher beleuchten werden. Wir wollten jedoch hervorheben, dass der große Unterschied zwischen dem Pro und dem Ultra vor allem in der Kamera liegt – insbesondere im 50 MP 3x Periskop des Ultra. Das Pro-Modell verfügt nur über eine 50-MP-Hauptkamera (1/1,56-Zoll-Sensor, f/1,9-Objektiv mit OIS) und eine 8-MP-Ultraweitwinkelkamera sowie eine 32-MP-Selfie-Kamera.
Das P80 Pro und das Ultra werden beide vom Dimensity 7400Elite angetrieben, einem bewährten Mittelklasse-Chip. Es ist mit 8 GB RAM und 256/512 GB Speicher (UFS 2.2) ausgestattet. Das Telefon wird standardmäßig mit Android 16 gestartet und erhält Android 20 als letztes Betriebssystem-Update. Sicherheitspatches werden bis Dezember 2032 veröffentlicht.
Das TCL P80 verwendet das gleiche 6,83-Zoll-OLED-Display wie das Pro und das Ultra – ein 1.280 x 2.772 Pixel großes Panel mit einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und 10-Bit-Farben mit HDR-Unterstützung. Um die Kosten niedrig zu halten, verzichtet das Vanilla-Modell jedoch auf die NxtPaper-Technologie und verfügt stattdessen über ein gewöhnliches Hochglanzglas. Das bedeutet auch, dass es keinen NxtPaper-Schieberegler gibt.
Technisch gesehen verwendet das P80 auch den älteren Dimensity 7300-Chipsatz, aber es gibt kaum einen Unterschied zum 7400. Ein deutlicherer Unterschied ist der Speicher, der auf 128/256 GB (UFS 2.2) sinkt, während die RAM-Kapazität bei 8 GB bleibt. Außerdem wird dieses Modell ein Betriebssystem-Update weniger erhalten und sein Leben auf Android 19 beenden – Sicherheitspatches erhält es allerdings noch bis 2032.
Eine weitere Preissenkung erfolgt in Form eines kleineren 5.000-mAh-Akkus. Es verfügt über die gleiche 45-W-Ladeunterstützung, die Ausdauer ist jedoch geringer.
Um es in konkreten Zahlen auszudrücken: Das Basismodell des TCL P80 mit 8/128 GB kostet 350 € und das 256-GB-Upgrade 380 €. Das Basismodell des TCL P80 Pro mit 8/256 GB beginnt bei 430 € und das 512 GB-Upgrade kostet 500 €. Der Vollständigkeit halber: Das 8/256-GB-Ultra-Modell beginnt bei 550 € – die Periskopkamera kostet 120 € mehr.
Auf der anderen Seite sparen Sie durch den Verzicht auf die NxtPaper-Technologie nur 50 € (bezogen auf das 256 GB P80 und P80 Pro). Das lohnt sich nicht, denn es ist das, was dieses Telefon einzigartig macht.
